Kommunikation

Radfahrer und Autofahrer: gemeinsam auf der Straße

Seit einigen Jahren fahren in Belgien immer mehr Menschen mit dem Rad – ein Trend, der nicht zum Erliegen kommt. Darüber hinaus ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden und Todesfolge nach 30 Tagen, in die Radfahrer verwickelt sind, in den letzten zehn Jahren gestiegen. Vor diesem Hintergrund möchten der Vizepremierminister Vincent Van Quickenborne, Minister der Justiz, und Georges Gilkinet, Minister der Mobilität, die Menschen an die Risiken eines gefährlichen Verhaltens im Straßenverkehr erinnern. In dem Bemühen, Autofahrende darüber aufzuklären, dass sie sich die Straße mit Radfahrenden teilen, wird Zuwiderhandelnden zusammen mit einem Strafzettel ein neues Informationsblatt ausgehändigt.

Das Fahrrad: der neue Trend

Die Bürgerinnen und Bürger bevorzugen und nutzen stets mehr das Fahrrad. Im Jahr 2020 stieg die Zahl der fahrradfahrenden Personen auf den Straßen um 64 %. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: die Vorrichtungen für Fahrradfahrende und die COVID-19-Gesundheitskrise. Letztere begünstigt lokale Aktivitäten aufgrund der noch bestehenden Einschränkungen. In letzter Zeit wurden viele Vorrichtungen für Radfahrende gebaut. Diese Fortbewegungsart ist ökologischer, profitabler und hervorragend für die Gesundheit, und die Bürgerinnen und Bürger nehmen sie mehr und mehr an.

Darüber hinaus ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden und Todesfolge nach 30 Tagen, in die Radfahrer verwickelt sind, in den letzten zehn Jahren gestiegen. Daher ist eine Erinnerung an die Regeln zur gemeinsamen Nutzung der Straße mit Radfahrern notwendig.

Bußgelder werden von einem neuen Informationsblatt begleitet

Ab dem 21. April wird Zuwiderhandelnden ein neues Informationsblatt ausgehändigt. Dieses Blatt erinnert daran, wie wichtig es ist, die Straße mit Radfahrern zu teilen. Es ersetzt das Blatt zur überhöhten Geschwindigkeit. In den letzten Jahren haben die Unfälle mit Personenschaden, an denen Radfahrer beteiligt sind, um 21 % zugenommen, da immer mehr Menschen zum Fahrrad greifen.

Informationsblätter haben einen positiven Effekt auf die Absichten der Autofahrer, so zeigt eine Studie der KU Leuven über regionale Informationsblätter zur Geschwindigkeit in Flandern. Die Verhängung eines Bußgeldes reicht nicht aus, um Zuwiderhandelnde für die Materie zu sensibilisieren. Im Gegensatz dazu schärft das an die Vernunft appellierende Informationsblatt, das mit dem Bußgeld einhergeht, oder ein Erfahrungsbericht das Bewusstsein: bis zu 25 % der Fahrer geben an, nach dem Lesen des Blattes gute Vorsätze für ihr Verhalten im Straßenverkehr gefasst zu haben.

Ein gemeinsamer Wille für mehr Verkehrssicherheit

Der FÖD Mobilität und Transportwesen, der FÖD Justiz, der FÖD Finanzen, die Polizei, das Institut VIAS und die Regionen (Bruxelles Mobilité, AWSR und VSV) bündeln erneut ihre Kräfte, um für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen. Der Zweck dieses neuen Informationsblatts ist es, das Bewusstsein zu schärfen und die Menschen an die Bedeutung bestimmter Regeln der Straßenverkehrsordnung in Bezug auf Radfahrende zu erinnern, wie z. B. den Sicherheitsabstand, Geschwindigkeitsvorschriften auf dem Radweg und Vorfahrtsregeln.

Um möglichst viele Zuwiderhandelnde zu sensibilisieren, wird dieses Fahrrad-Informationsblatt 6 Monate lang an die Stelle des föderalen Informationsblatts zu Geschwindigkeitsübertretungen treten. Ab sofort erhalten Zuwiderhandelnde, die eine Geschwindigkeitsübertretung (auf der Autobahn) begangen haben, zusätzlich zum Bußgeld ein Fahrrad-Informationsblatt.

Mehr als 2 Millionen versendete Informationsblätter seit Mai 2019

Diese Informationskampagne startete am 21. Mai 2019, sie beinhaltet Blätter zu den Themen Geschwindigkeit, Alkohol, Tragen des Sicherheitsgurt und Handy am Steuer. Seit Oktober 2019 verschicken die Regionen auch für regionale Verstöße Blätter zum Thema Geschwindigkeit. Insgesamt beläuft es sich auf 2.147.916 verschickte Informationsblätter.

Georges Gilkinet, Vizepremierminister und Minister der Mobilität: „In den letzten Jahren haben sich immer mehr Belgier dazu entschlossen, im Alltag ihr Fahrrad zu nutzen. Und wenn das schöne Wetter kommt, bin ich sicher nicht der Einzige, der öfter mit dem Fahrrad auf den Straßen und Wegen unseres schönen Landes unterwegs ist. Heute teilen sich verschiedene Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger, Radfahrer, Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel und Autofahrer, die Straße. Leider führt dies nur allzu oft zu vermeidbaren Unfällen. Wenn wir alle mehr aufeinander achten, kann jeder seinen Platz finden, um sich sicher und gelassen fortzubewegen. Deshalb ist es wichtig, alle für die Sicherheit im Straßenverkehr zu sensibilisieren, insbesondere die aktiven Verkehrsteilnehmer, Radfahrer und Fußgänger. Deshalb unterstütze ich diese Sensibilisierungsaktion, um gemeinsam Fortschritte hin zu einer gemeinsameren, zugänglicheren und sichereren Mobilität zu machen.“

Vincent Van Quickenborne, Vizepremierminister und Minister der Justiz: „Die Straße gehört allen. Doch die Koexistenz zwischen Autofahrern und Radfahrern ist nicht immer einfach. Vor allem bei Radfahrern ist ein starker Anstieg der Unfallzahlen zu beobachten. Im Jahr 2010 gab es 8.517 Unfälle, in die mindestens ein Radfahrer verwickelt war, im Jahr 2019 waren es 10.304. Dies entspricht einer Steigerung von 21 %. Das neue Informationsblatt soll Zuwiderhandelnde auf die fatalen Folgen von rücksichtslosem Verhalten im Straßenverkehr aufmerksam machen. Die Justiz will durch eine bessere Durchsetzung der Straßenverkehrsregeln zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen und die Rückfälligkeit bekämpfen.“